Ein Hochbeet anlegen und richtig befüllen

Ein Hochbeet ist für viele Gärtner der bequemste Weg zu einer reichen Ernte. Man arbeitet im Stehen statt im Knien, der Boden erwärmt sich schneller, und selbst auf verdichtetem oder schlechtem Untergrund lässt sich in kurzer Zeit fruchtbare Erde schaffen. Das Prinzip ist alt: In einem umschlossenen Kasten werden verschiedene Materialien geschichtet, die langsam verrotten, Wärme abgeben und über Jahre Nährstoffe freisetzen. Wer die Schichten richtig anlegt, erntet im ersten Jahr oft doppelt so viel wie im normalen Bodenbeet.
Die Vorteile eines Hochbeets
Der offensichtlichste Vorteil ist die angenehme Arbeitshöhe, die den Rücken schont. Doch das ist längst nicht alles. Weil das Beet ringsum von Luft umgeben ist, erwärmt sich die Erde im Frühjahr deutlich früher, sodass man zwei bis drei Wochen eher säen und pflanzen kann als im Freiland. Die Verrottung im Inneren erzeugt zusätzliche Wärme, was das Wachstum weiter beschleunigt. Schnecken haben es schwerer, über die hohen Wände zu klettern, und Wühlmäuse lassen sich mit einem engmaschigen Draht am Boden aussperren. Nicht zuletzt lässt sich ein Hochbeet auf jedem Untergrund aufstellen, selbst auf einer gepflasterten Terrasse oder einem versiegelten Hof.
Der richtige Standort
Gemüse braucht Sonne. Ein Hochbeet sollte deshalb an einem möglichst hellen Platz stehen, der mindestens sechs Stunden direkte Sonne am Tag bekommt. Ideal ist eine Ausrichtung der Längsseite nach Süden, damit alle Pflanzen gleichmäßig Licht erhalten. Der Standort sollte außerdem gut erreichbar sein und nicht zu weit von einer Wasserquelle entfernt liegen, denn Hochbeete trocknen wegen der freien Seiten schneller aus als ebenerdige Beete und müssen im Sommer häufiger gegossen werden. Zwischen zwei Beeten lässt man einen Weg von mindestens 50 Zentimetern, damit man mit Schubkarre und Gießkanne bequem hindurchkommt.
Material und Bauweise
Für den Rahmen kommen verschiedene Materialien infrage, die alle ihre Eigenheiten haben:
- Holz wirkt natürlich und dämmt gut, sollte aber aus witterungsbeständiger Lärche oder Douglasie bestehen und innen mit Teichfolie ausgekleidet werden, damit es nicht zu schnell verrottet.
- Metall, etwa aus Cortenstahl, ist besonders langlebig und modern, heizt sich in der Sonne allerdings stark auf.
- Stein oder Gabionen mit Steinfüllung halten praktisch ewig, sind aber schwer und aufwendig zu errichten.
- Fertige Bausätze aus Kunststoff sind günstig und schnell montiert, wirken aber weniger wertig.
Wichtig ist in jedem Fall ein Wühlmausgitter aus verzinktem Draht am Boden, das man vor dem Befüllen einlegt und an den Wänden etwas hochzieht. So bleiben Nagetiere draußen. Wer das Beet auf Erde stellt, lässt den Boden offen, damit Regenwürmer und Wasser zirkulieren können. Steht es auf einer versiegelten Fläche, braucht es unten eine Drainageschicht und Abzugslöcher.
Die Schichten von unten nach oben
Das Herzstück eines Hochbeets sind die Schichten, die von grob nach fein aufgebaut werden. Von unten nach oben sieht der klassische Aufbau so aus:
- Ganz unten grobes Material wie Äste, Zweige und Strauchschnitt. Diese Schicht sorgt für Belüftung und Drainage und verrottet langsam über Jahre.
- Darüber eine Lage aus umgedrehten Grassoden, Herbstlaub und grobem Gartenabfall.
- In der Mitte halbverrotteter Kompost oder gut abgelagerter Mist, der die Hauptnährstoffe liefert.
- Ganz oben eine 20 bis 30 Zentimeter dicke Schicht aus reifer Komposterde, gemischt mit hochwertiger Pflanzerde.
Die groben Materialien unten schaffen Hohlräume, in denen Luft zirkuliert, und verrotten über die Jahre zu Humus. Die feine Erde oben bietet den Sämlingen sofort ein gutes Wurzelbett. Insgesamt sollte das Beet gut gefüllt und leicht überhäuft sein, denn das Material sackt in den ersten Wochen deutlich zusammen.
Bepflanzung im ersten Jahr
Ein frisch befülltes Hochbeet ist besonders nährstoffreich, weil die Verrottung viel Stickstoff freisetzt. Im ersten Jahr pflanzt man deshalb Starkzehrer, die diesen Überschuss vertragen und in Nährstoff. Dazu zählen Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Kohl und Sellerie. Im zweiten und dritten Jahr, wenn der Nährstoffgehalt sinkt, folgen Mittelzehrer wie Salat, Möhren, Zwiebeln, Spinat und Kräuter. Im vierten Jahr schließlich fühlen sich Schwachzehrer wie Bohnen, Erbsen und Radieschen wohl, die mit wenig Nährstoffen auskommen. Dieser Rhythmus stellt sicher, dass jedes Gemüse genau die Bedingungen bekommt, die es braucht.
Pflege über die Jahre
Ein Hochbeet ist kein Bauwerk für die Ewigkeit, sondern ein lebendiges System. Weil die unteren Schichten Jahr für Jahr verrotten, sackt der Inhalt langsam zusammen, oft um mehrere Zentimeter pro Saison. Jedes Frühjahr sollte man deshalb frischen Kompost und Erde nachfüllen, um das Niveau zu halten. Nach etwa fünf bis sieben Jahren ist das gesamte Material zu feinem Humus zerfallen, und das Beet sollte komplett neu befüllt werden. Die alte, wertvolle Erde ist dann keineswegs Abfall, sondern hervorragender Dünger für die übrigen Beete und Kübel im Garten.
Gegossen wird im Hochbeet häufiger als im Freiland, dafür aber gezielt an der Wurzel. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh auf der Oberfläche verringert die Verdunstung und hält den Boden gleichmäßig feucht. Wer diese wenigen Regeln beherzigt, wird mit einem Hochbeet über viele Jahre eine überraschend große Menge an frischem, gesundem Gemüse auf kleinstem Raum ernten.